Posts Tagged: verkehr


25
Aug 10

Dem Offensichtlichen auf der Spur

Jetzt, genauer gesagt seit letzter Woche, ist es offiziell. Elektromobilität ist heute schon möglich, das kann man bei BMW sogar mit Zahlen belegen. Dazu sind im vergangenen Jahr in München 15 Mini E von knapp 100 Fahrern auf 150.000 km bewegt werden, im Alltagsverkehr wie man es so schön nennt. Herausgefunden hat man, dass die Reichweite dabei kein Problem darstellt, der Mini E schafft bis zu 180 km mit einer Akkuladdung. Laden ist auch ganz einfach, das passiert daheim in der Garage oder am Arbeitsplatz. Öffentliche Stromtankstellen, mit denen sich die Stromkonzerne zu brüsten versuchen, spielten in dem Feldversuch eine eher untergeordnete Rolle. Beim Strom darf es gerne etwas teurer sein, vorausgesetzt er stammt aus regenerativen Quellen.

Wer sich mit Elektromobilität ein wenig beschäftigt, wird die Ergebnisse nicht gerade als bahnbrechend empfinden. Faktisch bestätigen sie das, was seit Jahrzehnten in einschlägigen Kreisen als einhellig Meinung gilt und man ist schnell dabei BMW reichlich späte Einsicht zu unterstellen. Zumindest war das mein erster Gedanke bei der Lektüre der Pressemeldung. Auf der anderen Seite muss auch zugestehen, dass sie das Experiment gewagt haben. Spontan fällt mir in Deutschland kein anderer Autohersteller ein, der das in dem Umfang getan hätte und sich damit jetzt selbst in die Pflicht nimmt. 2013 soll das Megacity Vehicle bei den Händlern stehen. Seien wir gespannt ob sich das Warten dann gelohnt haben wird.

Ebenfalls zum Thema offentsichtlich. Bei heise Autos titelte man kürzlich “Autos verlieren als Statussymbole an Bedeutung” und berief sich dabei auf eine Umfrage von Progenium (PM als PDF). Kling schön, lässt sich aber leider aus den zur Verfügung gestellten Daten (PDF) in meinen Augen nicht so einfach ableiten. Möglicherweise stützt ja unveröffentlichtes Material die Schlußfolgerung besser, eine Tendenz in Richtung weniger kann auch mehr sein, ist aber zweifelsfrei in vielen Bereichen vorhanden. Insofern darf der heise-Redakteur auch ungezwungen die Schlagzeilen texten, denn er beruft sich auch auf eine Studie FHDW Center of Automotive, das im März bei 18-25jährigen feststellte, dass die emotionale Bindung zum Auto nachlässt.
Sei es wie es ist, es ist auf alle Fälle noch ein Stück Weg bis das Auto endlich bei der Bedeutung angekommen ist, die es verdient hat und auf dem Weg werden sich bestimmt ein paar Berater finden, die den Wegezoll einstreichen, egal wie es am Ende ausgeht ;-)


18
Aug 10

Museumsstücke

Ein glücklicher Zufall, genauer gesagt eine hunderte Meter lange Schlange an der Kasse des Deutschen Museums, verschaffte mir gestern einen Besuch im Verkehrszentrum, das als Aussenstelle des Deutschen Museums auf dem ehemaligen Messegelände zu finden ist. In drei Hallen gibt es vom Fahrrad über das unvermeidliche Auto, bis hin zu Eisenbahnen einiges zu sehen. Das ganze sehr großzügig, in ruhiger Atmosphäre angelegt und was an diesem Tag besonder schön war, mit einer bedeutend kürzeren Warteschlange als auf der Museumsinsel. Drei Stunden lassen sich dort locker verbringen und unserem 4jährigen Filius hat es auch sehr gut gefallen.

Das Ausstellungskonzept versucht sich dabei nicht auf das Thema Verkehr alleine zu konzentrieren, sondern sich dem Generalthema Mobilität anzunähren. Das gelingt nur bedingt, da die Präsentation der eher technisch orrientierten Exponate dominiert, gesellschaftliche Prozesse lassen sich da höchstens an Hand des historischen Verlaufs ablesen. Immerhin, dem Fahrrad und seinen modernen Abwandlungen, wie dem Pedelec wird ein Raum geboten. Ebenfalls zu sehen, bezeichnenderweise verschämt in der Ecke, sind einige Versuche umweltfreundlicher Autos. U.a., in München nur schwer zu verhindern, ein Wasserstofffahrzeug von BMW. Der erste Toyota Prius, der bereits 1997 mit einem Hybridantrieb auf den Markt kam.
Ausserdem, mein persönliches Schmankerl, ein Audi Avant duo. Von Audi als Hybridfahrzeug entwickelt, kam er 1997 auf den Markt und wurde kurz darauf wieder eingestellt. Leider fehlt der erste Audi duo, der 1989 auf der IAA vorgestellt wurde. Auch eine Art Hybridantrieb. An der Vorderachse arbeitet ein konventioneller Motor an und die Hinterräder werden von einem Elektromotor angetrieben. An den Messeauftritt erinnere ich mich noch schemenhaft, was damals auffiel, war wie lieblos das Fahrzeug präsentiert wurde. Passte damals scheinbar nicht so ganz zum Konzept. Zeigt aber auch, dass die Automobilindustrie könnte, wenn sie nur auch endlich mal wollte.

Mein Traum ist ja, dass alle Benzinkutschen zukünftig nur noch bei Oldtimer-Rallyes starten dürfen, wie bei der Schwaben-Classic, die letztes Wochenende hier stattfand. Die Bilder sind vom Start beim Schloß in Untermeitingen.


23
Jul 10

Elektromobile Fundstücke II

Der Umbau eines VW Polo zum Elektroauto Polo Zero als Video:


Link zur Playlist

Das ist jetzt vielleicht nicht unbedingt die Technik, mit der man in Zukunft mit Strom unterwegs sein wird, zeigt aber deutlich, dass es geht, wenn man nur will. Was die großen Autohersteller aktuell vorführen ist ja auch nichts anderes als herkömmliche und viel zu schwere Fahrzeuge mit Batterien und einem Elektromotor auszustatten. Mit dem einzigen Unterschied, dass sie versuchen es als Innovation zu verkaufen und das lange Zögern beim Thema Elektromobilität mit hohem Entwicklungsaufwand rechtfertigen. Nix fur ungut, aber bei den Ressourcen, die in der Autobilindustrie sowohl personell, wie auch finanziell vorhanden sind, wäre mir das ja peinlich, wenn mich ein “Hinterhofbastler” derart vorführen würde.

Vielleicht ist es ja auch ganz gut, wenn die nächsten Schritte hin zu zukunftsfähigen Mobilitätskonzepten von Köpfen ersonnen werden, die sich nicht von den diversen Abhängigkeiten der Industrie und Politik leiten lassen.


23
Jul 10

Lasst sie raus!

Kinder lieben die Natur; und sie brauchen sie. Dass sie kaum noch im Freien herumstrolchen, hält der Biologe und Naturphilosoph Andreas Weber für eine zivilisatorische Katastrophe.

So steht es in der Einleitung zum Artikel von Andreas Weber, der in der aktuellen Ausgabe des GEO Magazins erschienen ist. Das ist erstens mein Lesebefehl fürs Wochenende, gefolgt von einem Umsetzungsbefehl an Eltern und vor auch Stadtplaner. Lasst die Kinder raus, gebt ihnen Plätze, die sie sich selbst gestalten und wo sie sich entfalten können. Eingeschnürt in Umgebungen, die auf den motorisierten Verkehr abgestimmt sind und wo jeder natürliche Freiraum durch Auflagen erstickt wird, kann sich keine Seele entfalten.

Der Text des Artikels ist online verfügbar. Dort fehlen leider die Fotos von Jan von Holleben, mit denen die Printversion illustriert ist und sehr schön zeigen, warum Kinder nach draussen gehören.


17
Jun 10

Elektromobile Fundstücke

Bei der Recherche zum Vorhaben “e-miglia 2010 – mitfahren mag” bin ich über zwei interessante Dinge gestolpert:

Zufälle gibts. Justament am letzten Samstag hat der Journalist Wolfgang Müller, der sich wegen der e-miglia Geschichte bei mit gemeldet hatte, einen Artikel über Elektroautos in der “Welt” veröffentlicht, er ist auch online verfügbar. Es geht um Menschen, für die Elektromobilität bereits die selbstverständlichste Form der Fortbewegung ist. Sie fahren Twike, Saxi, einen elektrifizierten Renault Express und ein Tesla Roadster darf natürlich auch nicht fehlen. Mit einem Twike oder einem Tesla Roadster könnte ich mir die e-miglia 2010 jedenfalls gut vorstellen.

In meinem eigenen Artikelfundus bin ich auf die Sitzung des Schwabmünchner Stadtrats vom 18. Mai gestossen. Darin hat der Bürgermeister Lorenz Müller am Rande erwähnt, dass es Gespräche mit der LEW gibt Stromtankstellen zu errichten. Zwei Wochen später erschien in der Schwabmünchner Allgemeinen ein Artikel, in dem sich Müller dahingehend äussert, dass sich Schwabmünchen als Modellprojekt für Elektromobilität ins Gespräch gebracht hat. Eine Initiative, die der bayerische Ministerpräsident Seehofer während seiner Chinareise im Mai 2010 verkündet hat. Auch ohne tiefere Erfahrung im Stadtmarketing, würde ich sagen, dass die e-miglia 2010 eine ideale Möglichkeit wäre, um Schwabmünchen beim Thema Elektromobilität im Gespräch zu halten.


17
Jun 10

e-miglia 2010: unter Strom

Was als naive Idee zu einem Blogartikel wurde, hat sich innerhalb von zwei Tagen zu einem ernsten Vorhaben entwickelt. Kurz nachdem der Vorschlag die e-miglia 2010 mit einem eigenen Fahrzeug zu bestreiten, hat sich Jürgen Putzer, wir kennen uns vom Social Media Abend der Möbelmacher, gemeldet und als Beifahrer angeboten. Seine “Assistenz” beschränkt sich dabei nicht auf die Rallye allein, aus seiner Erfahrung als Marketing-Spezialist heraus, hat er wertvolle Ideen eingebracht.

Mein Ansatz war ja wie gesagt naiver Natur: Jemand gibt mir ein Elektro-Auto und bezahlt die Startgebühr, im Gegenzug fahre ich die e-miglia 2010 mit. So weit so gut, das kann funktionieren, eine Verteilung der Kosten auf mehrere Schulter erhöht aber die Wahrscheinlichkeit das Projekt zu stemmen. Eigentlich eine auffallend naheliegende Möglichkeit, die mir aber in der ersten Euphorie gar nicht in den Sinn kam.

Das heisst praktisch, dass wir auf der Suche nach einem Partner sind, der uns das Fahrzeug stellt und einer Gruppe von Sponsoren, die für die Unkosten aufkommt. Erste vorsichtige Kontaktversuche gab es bereits und das Echo ist bisher ausgesprochen positiv. Was ich insofern beeindruckend finde, dass die Idee dazu spontan entstand. Dem Internet sei Dank, wurde sie aber schnell verbreitet und hat offensichtlich einen fruchtbaren Boden gefunden.

Das soll nun aber nicht heissen, dass schon alles in trockenen Tüchern ist. Das Gegenteil ist der Fall. Was es alles zu Bedenken gilt, merkt man oft erst wenn man sich mit dem Thema intensiver beschäftigt. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass sich alles lösen lässt, auch wenn die Zeit bis zum Anmeldeschluss nicht gerade üppig ist. Gerade das Thema Unkosten stellt sich schwieriger dar, als ich ursprünglich angenommen hatte. Dafür scheint sich hinischtlich eines Fahrzeugs schon eine Lösung abzuzeichen, was ich als komplizierter erachtet hatte.

Aber wir bleiben dran und sind für (fast) alle Angebote zu haben. Natürlich hilft es uns auch, wenn unser Vorhaben e-miglia 2010 – mitfahren mag weiter bekannt gemacht wird.


15
Jun 10

e-miglia 2010 – mitfahren mag

Falls mir jemand ein Geburtstagsgeschenk machen möchte wüsste ich da was. Das Startgeld in Höhe von 1500 €, damit ich bei der e-miglia 2010, einer Rallye für elektrisch angetriebene Fahrzeuge, mitfahren kann. Ausserdem wäre leihweise ein Elektro-Auto ganz praktisch. Meinen jugendlichen Bastelversuchen in der Richtung war ja leider kein langes Leben gegönnt.


Link zum Video

Ja, da wäre ich sogar mal richtiggehend käuflich und würde ein paar schöne Artikel über die Elektro-Rallye schreiben.

Nachtrag:
Das Preisgeld würde ich im Falle des Gewinns natürlich nicht einfach einsacken. Nach Abzug der Unkosten (Startgebühr, Leihgebühr fürs Fahrzeug etc.)  soll es einem guten Zweck zukommen. Mir schwebt da ja eine Initiative zur Förderung moderner Mobilitätskonzepte vor und/oder regionaler Wirtschaftskreisläufe. Eine Kombination beider Themen wäre natürlich super, aber so weit sind wir noch nicht. Ohne Auto und Startgeld gibt es keine Rallye und erst recht kein Preisgeld. – Nur weil es Fragen deswegen gab.