Jetzt, genauer gesagt seit letzter Woche, ist es offiziell. Elektromobilität ist heute schon möglich, das kann man bei BMW sogar mit Zahlen belegen. Dazu sind im vergangenen Jahr in München 15 Mini E von knapp 100 Fahrern auf 150.000 km bewegt werden, im Alltagsverkehr wie man es so schön nennt. Herausgefunden hat man, dass die Reichweite dabei kein Problem darstellt, der Mini E schafft bis zu 180 km mit einer Akkuladdung. Laden ist auch ganz einfach, das passiert daheim in der Garage oder am Arbeitsplatz. Öffentliche Stromtankstellen, mit denen sich die Stromkonzerne zu brüsten versuchen, spielten in dem Feldversuch eine eher untergeordnete Rolle. Beim Strom darf es gerne etwas teurer sein, vorausgesetzt er stammt aus regenerativen Quellen.
Wer sich mit Elektromobilität ein wenig beschäftigt, wird die Ergebnisse nicht gerade als bahnbrechend empfinden. Faktisch bestätigen sie das, was seit Jahrzehnten in einschlägigen Kreisen als einhellig Meinung gilt und man ist schnell dabei BMW reichlich späte Einsicht zu unterstellen. Zumindest war das mein erster Gedanke bei der Lektüre der Pressemeldung. Auf der anderen Seite muss auch zugestehen, dass sie das Experiment gewagt haben. Spontan fällt mir in Deutschland kein anderer Autohersteller ein, der das in dem Umfang getan hätte und sich damit jetzt selbst in die Pflicht nimmt. 2013 soll das Megacity Vehicle bei den Händlern stehen. Seien wir gespannt ob sich das Warten dann gelohnt haben wird.
Ebenfalls zum Thema offentsichtlich. Bei heise Autos titelte man kürzlich “Autos verlieren als Statussymbole an Bedeutung” und berief sich dabei auf eine Umfrage von Progenium (PM als PDF). Kling schön, lässt sich aber leider aus den zur Verfügung gestellten Daten (PDF) in meinen Augen nicht so einfach ableiten. Möglicherweise stützt ja unveröffentlichtes Material die Schlußfolgerung besser, eine Tendenz in Richtung weniger kann auch mehr sein, ist aber zweifelsfrei in vielen Bereichen vorhanden. Insofern darf der heise-Redakteur auch ungezwungen die Schlagzeilen texten, denn er beruft sich auch auf eine Studie FHDW Center of Automotive, das im März bei 18-25jährigen feststellte, dass die emotionale Bindung zum Auto nachlässt.
Sei es wie es ist, es ist auf alle Fälle noch ein Stück Weg bis das Auto endlich bei der Bedeutung angekommen ist, die es verdient hat und auf dem Weg werden sich bestimmt ein paar Berater finden, die den Wegezoll einstreichen, egal wie es am Ende ausgeht

















