Posts Tagged: hyperlocal


31
Mrz 10

Wenn Schweigen mit Geld aufgewogen wird

In dem Fall meine ich ausdrücklich nicht den Begriff “Schweigegeld” und schon gar nicht in Zusammenhang mit einem Bistum in Bayern. Am Ende geschieht es mir wie Stefan Aigner (www.regensburg-digital.de) und es flattert eine Abmahnung ins Haus.

Aigner hatte in einem Artikel über Missbrauch bei den Regensburger Domsingknaben einen Artikel des Nachritenmagazins Spiegel zitiert, der Zahlungen des Bistums Regensburg an Missbrauchsopfer, als “Schweigegeld” bezeichnet. Das Landgericht Hamburg hat dem Spiegel mit einstweiliger Verfügung vom 10. März (Aktenzeichen: 324 O 107/10) untersagt, einen Zusammenhang zwischen den Zahlungen und dem Schweigen der Opfer herzustellen. Vor dem Hintergrund erhielt Stefan Aigner Post einer Anwaltskanzlei, die ihn im Auftrag des Bistums Regensburg, zur Abgabe einer Unterlassungserklärung auffordert. Eine großartige Bedenkfrist gibt es, wie so oft in solchen Fällen, nicht. Bis 1. April mit unterschrieben werden, oder eben nicht.

Wie Thomas Pfeiffer schreibt, verfügt www.regensburg-digital.de weder über eine eigene Rechtsabteilung, noch über Spielräume für finanzielle Entravaganzen. Hilfe ist vonnöten, etwa als juristischer Ratgeber oder durch Verbesserung der finanziellen Situation, am einfachsten realisierbar im Fanshop von www.regensburg-digital.de.

Das muss dann jetzt die angebliche Kampagne der Medien sein, denen sich die katholische Kirche ausgesetzt sieht und bei jeder sich bietenden Gelegenheit als Schutzschild vor sich herträgt. Verstehe das wer will, mir leuchtet es nicht ein und zeugt in meinen Augen auch nicht unbedingt davon, dass die Kirche aus der Krise lernen würde.

[via Webevangelisten]


5
Mrz 10

Mythos Objektivität

Webevangelist Thomas Pfeiffer hat sich mit dem bloggenden Journalisten Stefan Aigner auf eine Zigarette getroffen, um sich über dessen regionaler Netzzeitung regensburg-digital.de zu unterhalten. Angeschnitten werden u.a. die Rechtsstreitigkeiten mit dem Waffenhersteller Diehl und dem Möbelkonzern XXXLutz, ausserdem die Frage wie sich solche Regionalblogs finanzieren. Zum Schluß, quasi im Ausklimmen der Zigarette, ging es um die Thematik “Blogger vs. Journalismus”, zu der Stefan Aigner sein persönliches Selbstverständnis darlegte:

Ich stütze mich bei meiner Berichterstattung auf Fakten, die ich recherchiert habe, verfälsche nichts und lüge nicht. Ich erlaube mir aber auch, eine klare Haltung zu vertreten. Das ist legitim und ehrlicher als dem Leser eine Objektivität vorzugaukeln, die es in Wirklichkeit nicht gibt. Nur weil ein Text sich objektiv liest, ist er das noch lange nicht. Der Kommentar fängt beim Weglassen an und in den traditionellen Medien fehlen häufig ganze Themenblöcke.

Disclaimer: Ich kenne Stefan Aigner zwar nicht persönlich, halte aber regensburg-digital.de, ebenso wie 16 vor aus Trier, für die ins Netz gemeiselten Beispiele, dass lokale/regionale Berichterstattung jenseits der klassichen Medien besser aufgehoben ist.