Ohne Zweifel brauchen wir Wissenschaft und Technik, um die Probleme unserer Welt zu lösen. In Zukunft eher noch mehr. Aber wir können keine Technik brauchen, die das Maß der Menschen sprengt. Deshalb bin ich für einen geordneten Ausstieg aus der Atomenergie, Ich suche eine menschengerechte Technik. Es ist nicht technikfeindlich, wenn ich aus der Atomkraft raus will; technikfeindlich ist der, der meint, wir könnten auf keinen Fall ohne Atomkraft leben. Wirklichen Fortschritt setzt derjenige durch, der zu neuen Ufern aufbricht. Unsere industrielle Zukunft gestaltet nicht derjenige, der mit Starrheit und Denkfaulheit an dem Atomkurs festhält.
Das schrieb 1986 Volker Hauff in seinem Buch “Energie-Wende”.
Volker Hauff gehörte in den 80er Jahre nicht etwa zu den sog. “grünen Spinnern”, sondern war etablierter SPD-Politiker. Von 1978 – 1982 gehörte er als Bundesminister, erst für Forschung und Technologie und dann Verkehr, der Regierung an. 1989 – 1991 folgte noch eine Zeispanne als Oberbürgermeister von Frankfurt am Main. Als der Rat der Nachhaltige Entwicklung 2001 gegründet wurde, wurde Hauff zum Vorsitzenden berufen. Dieses Amt hatte er bis zum Mai 2010 inne.
In “Energie-Wende” beschreibt Volker Hauff einen 10-Jahres-Plan zum Ausstieg aus der Kernenergie. Rechnen wir das mal kurz durch: 1986 + 4 Jahre politisches Geplänkel + 10-Jahres-Plan -> 2000. D.h. seit 10 Jahren könnte das Thema Kernenergie erledigt sein, ganz ohne die Horroszenarios von Stromknappheit, die uns die Atomlobby heute noch verkaufen will. Stattdessen laufen die Energieriesen Amok weil sie ihre Profite durch die Brennelementesteuer gefährdet sehen. Um Volker Hauff da noch einmal zu zitieren: “Zukunft gestaltet nicht derjenige, der mit Starrheit und Denkfaulheit an dem Atomkurs festhält”
