Wenn man gerade selbst auf der Suche nach Sponoren ist, sollte man vielleicht nicht so kritsch sein. Trotzdem sollte man auch beim Geld sein Grenzen kennen, nicht alles was möglich ist, muss auch gemacht werden.
Da ist zum Beispiel die Gemeinde Prien im Landkreis Rosenheim. Der Landkreis gehört zu den gentechnikfreien Regionen und ist durchaus als eher ländlich strukturiert zu bezeichnen. Ist es da unbedingt notwendig, dass sich die Gemeinde Prien von einem Konzern einen Trimm-Dich-Parcour finanzieren lässt, der nicht unbedingt in dem Ruf steht das allerbeste Verhältnis zu allen Landwirten zu haben und der auch keine klare Stellung gegen Gentechnik einnimmt?
Klar, die Kommunen sind klamm und froh über jede Leistung, die nicht aus dem eigenen Haushalt bestritten werden muss. In dem Fall hätte man durchaus etwas mehr Sensibilität erwarten können. In den acht Städten, die seit 2008 einen solchen Parcour finanziert bekommen haben, mag der Zusammenhang nicht ins Gewicht fallen. Wo aber auch nur ein Landwirt im Gemeinderat sitzt sollten die Nebeneffekte aber auch bedacht sein. Immerhin wirbt Müller Milch unter dem Namen “Trimmy” offensiv für das Sponsoring.
Nachdem zwei Gemeinderäte den möglicherweise schwierigen Zusammenhang dargestellt haben, wurde die Baumassnahme gestoppt und soll Ende Juni im Gemeinderat diskutiert werden. Ein wenig spät um aus der Sache mit Anstand herauszukommen, Geschenke schlägt man nicht so leicht aus. Besser wäre sicher es gewesen, sich bei der Bewerbung um den Parcour Gedanken zu machen, aber hinterher ist man ja immer klüger.
via tz-online
