“Geplante Obsoleszenz” klingt harmlos, nicht ganz so wie “Produktlebenszyklus”, aber immer noch harmlos genug um dahinter zu verstecken, dass Produkte so entworfen werden, dass sie absichtlich ihren Geist aufgeben. Wahrscheinlich hat es auch schon jeder einmal selbst erlebt. Sei es der Drucker, der zwei Tage nach dem Ende der Garantiezeit kein Zeichen mehr aus Papier bringt, oder der Schrank, der sich spätestens nach dem zweiten Umzug nur noch windschief aufstellen lässt. Mehr Beispiele fänden sich noch genügend. Allen gemeinsam ist, dass dahinter Kalkül steck. Die allermeisten Hersteller wollen gar nicht, dass ihre Produkte eine hohe Lebensdauer haben, da sie dann ja nur einmal verkaufen könnten. Dagegen gibt es zwei Strategien. Eine erzählt uns im Turnus, dass das was wir haben nicht mehr “in Mode” ist. Wo das nicht funktioniert, müssen Sollbruchstellen eingebaut werden. Das Resultat ist jeweils gleich: über kurz oder lang landet das Teil im Müll und wir machen uns wieder auf den Weg, um Ersatz zu kaufen. Ein Kreislauf, aber ein reichlich unruder.
Dass das keine Verschwörungstheorie ist, zeigt die Dokumentation “Kaufen für die Müllhalde” von Cosima Dannoritzer, die letzte Woche auf arte ausgestrahlt wurde.
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Singold Bote

Sehr interessante Sendung, ohne Zweifel.
Warum ich von obsoleszenz, bis zur Ausstrahlung der Sendung, nie etwas gehört habe, kann ich nicht beschreiben, dass aber was faul auf dem Markt ist, habe ich schon mindestens seit
2 Jahrzenten beobachtet!
Von Jahr zu Jahr fiel mir, hauptsächlich bei elektronischen Geräten, die immer schneller werdenden Defekte an verschiedenen Geräten, auf.
Meistens war es nach der Hersteller-Garantie.
Ich möchte sogar behaupten, seitdem es zu den Elektronischen Geräten keine Schaltbilder mehr mitgeliefert wurden.
Was nutzt eine Gewährleistungsgarantie, auch wenn es 2 Jahre sind, wenn ich nicht nachweisen kann dass ein Fehler, schon vor dem Kauf, vorhanden war!
Zur Reparatur bringen wurde immer teurer, selber reparieren war ohne Unterlagen bald nicht mehr möglich, also durchrechnen und meistens, NEU kaufen!
Ersatzteile sind auch wesentlich teuer geworden. Besonders nach der Währungsumstellung!
Na ja: Solange 95% der Leute glauben und heute noch davon überzeugt sind, dass die, bei der D-Mark Währung, 1 + 2 Pfennigstücke, sowie als auch die 1 + 2 + 5 Cent Stücke (jetzige Währung) aus Kupfer (es war eine Kupferlegierung) sind, lediglich einige 2 Pfennigstücke waren aus Bronze, solange kann man eben die Leute vorführen, und diese im Glauben lassen, wenn sie etwas kaufen, das sie etwas langlebiges gekauft haben!
Ich kann von mir behaupten, alte Währung einbezogen, ca. 6.000,00 € bis 7.500,00 €, durch obsolet hergestellte Geräte, in den Sand gesetzt zu haben!
Es waren Kaffeemaschinen, Mikrowellen, Notebooks, Kühlschränke, Waschmaschinen, Digitalkameras, Dect-Telefone (drahtlos), Faxgeräte, Drucker, Multifunktionsdrucker besonders (man kann noch nicht einmal mehr den Scanner benutzen) das Gerät will überhaupt nicht mehr, diverses Zubehör für Computer, Rören-Fernseher, TFT-Fernseher, Funkklingeln, Rauchmelder, Monitore, TFT-Monitore, Sat-Receiver, Taschenradios, usw. usw…!
MfG. Rolf
Heute wird die Lebensdauer eines Produkts oft leider nicht mehr dadurch definiert, wie lange es funktioniert, sonder oftmals dadurch begrenzt, wie lange es der Konsument behalten will. Es kommt aus der Mode, es gibt einfach was neues.
Einige Beispiele habe ich auch parat.
Da wären zuerst Autos. Auch neue Autos funktionieren einige Jahre lang einwandfrei. Sie sind natürlich auch von der geplanten Obsoleszens betroffen, nur wenige Hersteller liefern für neue Modelle die Ersatzteile länger als 15 Jahre. Ein Auto ist heute für eine Lebensdauer von 10 Jahren oder 150 000km konstruiert.
Aber wer fährt schon 15 jahre lang das selbe Auto?
Es wird durch Werbung einfach das Bedürfnis nach einem Neuwagen geweckt. Ein Facelift des aktuellen Modells kann da schon reichen. Alte Autos sind nicht hässlich, es wird uns lediglich eingeredet, dass neue Autos sparsamer, moderner, besser ausgestattet und billiger sind.
Ein anderes Thema sind Handys, Computer oder auch Fernseher.
Es kommt was Neues heraus und ältere Produkte sind von einem auf den anderen Tag veraltet.
Bei Mobiltelefonen sind es Internet, sinnlose Apps oder eine Kamera die in HD Qualität aufnehmen kann.
Bei Computern sind es mehr Rechenleistung, anderes Design, andere Anschlüsse (HDMI, USB2.0, …) oder ein Touchscreen. Beim Fernseher sind es HD oder 3D.
Fragt euch mal selbst wie oft ihr das bisher gebraucht habt oder ob ihr je den Wunsch danach empfunden habt bevor es das gegeben hat.
Der Wunsch danach muss ja erst erzeugt werden und da kommt die Werbung ins Spiel.
Es gibt kaum noch langlebige Produkte oder wie viele Leute kennt ihr noch, die Massivholzmöbel daheim stehen haben? Die könnte man einfach abschleifen und neu lackieren und schon sehen sie wieder aus wie neu.
In Möbelhäusern stehen dagegen nur noch Spanplattenmöbel, dioe nach einem jahrzehnt in den Müll wandern
Kranke Welt….
Ein Arbeitskollege hat mich auf diese Sendung aufmerksam gemacht und ich muss zugeben, dass ich mir der Sache zwar immer bewusst war, jedoch bringt diese Dokunentation noch viele andere Fragen und Gedankengänge mit sich…: Was kann man dagegen tun? Klar, unsere Wirtschaft scheint diese unrunden Lebenszyklen zu benötigen – ein Grund, wieso sich auch sämtliche Instanzen, die eingreifen müssten, zurückhalten, aber wer EBIT dabei an die natürlichen Rohstoffe, die für die Herstellung betroffen sind? Jeder spricht davon, dass es für die Zukunft nichts wichtigeres gibt, als jene zu schonen. Man baut alternative Antriebe für Fahrzeuge, sucht nach alternativen Energiegewinnungdsmethoden, usw. Hat sich aber schon mal jemand Gedanjen gemacht, wieviel Erze, Erdöl und sonstige Schätze für die Herstellung dieser kurzlebigen Produkte missbraucht werden? Ich denke, dass sich dahinter noch eine Dunkelziffer verbirgt, von der niemand will, dass irgendjemand sie kennt… Es sollte sich etwas ändern!
Diese Film von Arte ist wirklich sehr interessant für mich gewesen. Mittlerweile muss man echt sagen unsere Gesellschaft wird von der Wirtschaft total “GaGa” gemacht. kaufen kaufen kaufen… Das andere Übel nach dem Kaufen, die Entsorgung des “Alten” Zeugs, ist viel schlimmer. Die Bilder des ach so unberührten Kontinents Afrika sind erschreckend und verlangen nach einer Änderung des Verhaltens der Wirtschaft.
Eine schöne Erklärung habe ich hier noch für alle, die es interessiert.
The Story of the Stuff
Meiner Meinung nach ist es nicht nur erschreckend zu sehen, wo u n s e r Müll landet, es ist ein Skandal.
Wir erforschen verzweifelt, warum die Natur so gewaltig zurückschlägt, dabei gibt es nichts zu erforschen. Unser höchstes Gut ist Geld. Wer Geld hat, ist im Kreislauf der Manipulation. Wir sind die einzigen Menschen mit einem freien Willen auf dieser Erde, und diesen sollten wir nutzen.
Jeder kann etwas dazu beitragen, daß es unserer Erde wieder besser geht (und zwar schnell). Jeder kann seine “Komfortzone” verlassen und nein sagen zu diesem System.
Ich frage mich schon lange, warum e i n Mensch so viel mehr wert sein soll, als ein anderer. Gemessen an dem Geld, das er verdient. Haltet Euch mal vor Augen, daß ihr ein ganzes Leben lang arbeitet und nicht so viel verdient als mancher Manager in einem Jahr.
Ich habe selbst Kinder und versuche ihnen eine gute Welt zu hinterlassen. Als ich diesen Film sah verlor ich meinen Glauben daran. Wir können unsere Augen nicht mehr zumachen und denken wenn ich nichts sehe, sehen mich die anderen auch nicht.
Nur weil es uns gut geht und wir versorgt sind heißt es noch lange nicht, daß es anderen auch so geht. Wo ist unser Gewissen, daß wir uns so an die Leine nehmen lassen??? Wir sind nur die Marionetten der Großindustriellen und Versuchskaninchen.
Wir sollten es uns selber wert sein, für eine bessere Welt zu kämpfen. Wir sollten uns informieren und hinterfragen, durch Internet haben wir alle Möglichkeiten, wir können die Dinge stehen lassen, die fragwürdig hergestellt wurden, wir müssen nicht alles haben und vor allem nicht alles glauben. Was wir nicht kaufen, muss nicht hergestellt werden!
Auch mir fällt es nicht leicht nein zu sagen, besonders wenn Kinder Wünsche erfüllt haben wollen, doch diese Müllhalde in Afrika werde ich im Kopf behalten. Es ist schlichtweg eine Arroganz der westlichen Welt so etwas zu tun.
Mich hat auch ein Arbeitskollege auf diesen Bericht aufmerksam gemacht. Ich hatte schon immer das Gefühl, dass die Hersteller Sollbruchstellen und Chips usw. einbauen habe aber trotzdem vorher noch nichts von geplanter Obsoleszenz gehört. Was einfach traurig ist das dies nicht die Masse der Bevölkerung erreicht, da anscheinend die großen privaten und öffentlichen Fernsehsender dieses Thema lieber totschweigen!
Daher berichtet Bekannte, Freunde und Arbeitskollegen von diesen Bericht und lasst sie es sich anschauen, denn nur wenn genug Menschen hiervon etwas wissen, erst dann kann sich was ändern!
Ich hoffe, dass meine Enkel mich nicht irgendwann fragen müssen “Wieso hast du damals nichts dagegen unternohmen?”
MfG
Ich kaufe nur hochwertige Produkte, mein Campingzelt z.B. hält schon seit 22 Jahren. Die Mentalität, alles billig haben zu wollen setzt eine Abwärts Spirale der Produktqualität in Gang. Jetzt der Industrie die Schuld in die Tasche zu schieben ist irgendwie schräg, wo doch die heutige Konsumgesellschaft von sich behauptet durch ihr Konsumverhalten die Welt retten zu können.
Eine andere Strategie ist, die Dinge bei Bedarf zu reparieren. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, es gib fasst nichts, was nicht repariert werden kann. Und wer einen großen Teil seines Bedarfs an Elektrogräten, sonstigen Maschinen, Möbeln und Anderem aus dem Schrott- oder Elektronikschrottcontainer bzw. dem Sperrmüll befriedigt, tut durch dieses funktionelle Recycling zwar nicht der Industrie und der Steuer einen Dienst, aber sicher der Umwelt. Und Spaß macht das Ganze auch noch. Deshalb fordere ich, dass das Containern endlich legalisiert wird.
In diesem Sinne, es lebe das Stöbern und Reparieren.
Übrigens: Heute, 24.1.2012, 20:15 Uhr, kommt auf ARTE wieder die Dokumentation “Kaufen für den Müll”.
Ich bin auch der Meinung, dass jeder Einzelne etwas zu einer Änderung dieser Mißstände (anders kann ich das nicht bezeichnen) beitragen kann. Beispielsweise hatten wir vor einigen Jahren eine Waschmaschine von einem relativ billigen Hersteller (war aber ein Deutscher) gekauft.
Nach vier Jahren war plötzlich der Drehmechanismus kaputt. Nach mehreren Telefonaten und Recherchen im Internet wurde klar, dass dieser Fehler bei dem Typ Waschmaschine häufiger auftritt und eine Reparatur mindestens 150 € geskostet hätte. Wahrscheinlich wäre nach 1 Jahr der nächste Fehler aufgetreten. Damals wusste ich noch nichts von geplanter Obsoleszenz aber ich hatte vorher eine alte Waschmaschine meines Opas von Miele geerbt, die bereits über 10 Jahre lief und die hatte ich auch noch mal mindestens 5 Jahre in Betrieb. Deshalb habe ich mich entschlossen wieder eine Miele-Waschaschine zu kaufen. Auch von Bekannten habe ich gehört, dass diese Maschinen langlebiger sind. Sie ist zwar tuerer als die meisten anderen aber wenn man mal nachrechnet und eine billigere nach 4 Jahren schon kaputt geht, ist man mit der teureren immer noch viel billiger dran (habe dafür 1000 € bezahlt).
Was ich damit sagen will: Jeder kann mit bewusstem Einkaufen und mit etwas gesundem Menschenverstand ein klein wenig beitragen um die Müllberge zu verringern.
Teurere Prokukte müssen nicht zwangsläufig besser sein aber Qualität hat auch seinen Preis.
Im Ende bezahlen wir ja alle dafür wenn wir die Welt mit unserem Müll verschandeln. Nicht nur mit Geld sondern hauptsächlich mit Lebensqualität.
Noch selten hat mich eine Sendung so beeindruckt. Wenn man uns aus dem Weltall beobachten würde, könnte man über da menschliche Verhalten nur den Kopf schütteln. Zu dem Thema passt auch der Film “Taste the waste”.
Tatsächlich ist auch bei mir der 3.Drucker nach circa 2 Jahren kaputt gegangen. Kein Zufall also!? Früher haben alle Geräte wirklich viel länger gehalten. Ein Tanz auf dem Vulkan…
Ohne Obsoleszenz kein Wachstum. Aber kann mir ein Ökonom erklären, wie immerwährendes Wachstum funktionieren soll? Angesichts begrenzter Rohstoffe und weltweit überschuldeter Industrienationen wird dieses System sich verändern müssen.
Eine wirklich gute Reportage und diese sollte Plichtprogramm an allen Schulen sein um Bewusstsein zu schaffen. Wir, die Konsumenten können und dürfen uns nicht auf die Industrie verlassen, auch wenn sehr oft bemüht, ist die Macht des Verbrauchers nicht zu unterschätzen. Ich werde nicht müde, im Rahmen meiner Möglichkeiten (Familien- , Freundes- , Bekanntenkreis) immer wieder behutsam (ohne Zeigefinger) aufzuklären.
@Christoph, ich bin da ganz bei dir, aber ein ‘schönes’ Negativbeispiel ist das, für mich berüchtigte iPhone, da geht kaum was, wenn es mal den Geist aufgibt und das ist gewollt. Nicht umsonst kommt fast jedes Jahr ein neues auf den Markt …
Auch empfehlenswert sind Dokus wie “Home”, “Die Bucht” und Gunter Duecks Gedanken zur professionellen Intelligenz (im Besonderen seine Rede bei der re:publica 2011). Wobei letzteres eher mit der Entwicklung der Arbeitswelt zu tun hat, ist sein Ansatz “Willens- statt Wissensbildung”, ein wie ich finde, richtiger. Letztendlich könnte ein mehr an emotionaler Intelligenz und sozialer Kompetenz auch dazu führen Bewusstsein zu schaffen. Unsere Zukunft beginnt heute!