Losgetreten

Manchmal hilft der Zufall und manchmal braucht es dazu noch ein wenig Geduld. Der Zufall war im Spiel, als ich vor knapp 3 Jahren und fern der Heimat einen Vortrag über Social Media im Kontext kommunaler Nachhaltigkeitsinitiativen gehalten habe und dort auf Dr. Norbert Stamm von der Geschäftstelle der Lokalen Agenda 21 für Augsburg getroffen bin. Er erzählte mir damals von einem Projekt, das schon ein paar Jahre alt war, aber im Grunde schon Social-Media-Elemente enthielt. Gemeint war der Lifeguide Augsburg, dessen Münchner Ahn 2002 online ging, Augsburg folgte dann 2005.

Aus heutiger Sicht ist das Webdesign sicher nicht mehr als zeitgemäß anzusehen. Aber mit dem Blick 10 Jahre rückwärts, ist es schon erstaunlich, was damals nicht nur auf die Beine gestellt wurde, sondern über die Jahre auch kontinuierlich gepflegt wurde. Nicht nur aus technischer Sicht, auch inhaltlich war man der Zeit voraus. Der Thema Nachhaltigkeit wurde als Lebensstil transportiert. Heute ist das nicht mehr weiter ungewöhnlich, aber 2002 war LOHAS hierzulande noch nicht als marketingrelevanter Modebegriff etabliert.

Aber was seiner Zeit voraus ist, kann ihr irgendwann auch einmal hinterher sein. Die Erwartungen an ein Online-Angebot sind mit der Zeit gestiegen und die Frage war, wie der Lifeguide diesen gerecht werden kann. Im Rahmen der Socialbar Augsburg hatten wir dann noch das Thema digitalen Karten auf der Tagesordnung und der Weg für einen neuen Lifeguide schien vorgezeichnet. Mit Susanne Thoma stieß eine weitere Kennerin der Materie zur Agenda 21 und mit der Wirbelnuss wurden erste Schritte unternommen Web 2.0 und Social Media zu etablieren. Gleichzeitig begann auch die Ideensammlung für den „neuen Lifeguide Augsburg“.

Gesammelt wurde lange, ebenso Konzepte neu erstellt und wieder über den Haufen geworden. Aber jetzt ist es so weit, die Beta-Version ist online. Wer daran alles beteiligt ist, steht auf der Team-Seite. Im Nachhinein muss ich mich fragen, wie man mit dem Budget überhaupt vier Leute arbeiten lassen kann, habe die Antwort aber auch schon parat und die ist wie in vielen anderen Fällen auch: viel Engagement und Begeisterung fürs Thema. Wie es überhaupt zu der Beta kam, steht im Artikel „Hurra, wir starten ein Experiment„, natürlich gibt es auch ein lesenswertes Blog. Ein Resüme kommt bestimmt auch noch, aber logischerweise erst wenn der Beta-Test rum ist und dann wissen wir vielleicht auch, wie es mit Lifeguide Augsburg weitergehen kann. Denn, wie es sich für ein gutes Experiment gehört, ist der Ausgang noch offen.

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